Aus dem Support-Alltag kenne ich das Muster gut: Eine neue Sprache wird angelegt, im Frontend erscheint sie auch – aber an einigen Stellen zeigt sich trotzdem noch der deutsche Text, oder die Sprache lässt sich im Verkaufskanal gar nicht erst auswählen. Meist liegt das nicht an einem einzelnen Fehler, sondern daran, dass Mehrsprachigkeit in JTL-Shop 5 aus mehreren, unabhängig voneinander zu pflegenden Bausteinen besteht.
1. Sprache in der Verwaltung anlegen
Der erste Schritt ist die Sprache selbst: Im Admin-Bereich von JTL-Shop legen Sie die gewünschte Sprache in der Sprachverwaltung an, sofern sie nicht schon als Standardsprache vorhanden ist. Deutsch und Englisch sind ab Werk eingerichtet, jede weitere Sprache müssen Sie zusätzlich anlegen.
2. Sprache dem Verkaufskanal zuordnen
Eine angelegte Sprache wird im Frontend erst sichtbar, wenn sie dem jeweiligen Verkaufskanal (also Ihrem Shop bzw. der zugehörigen Domain) zugeordnet ist. Genau dieser Schritt wird häufig übersehen – die Sprache existiert dann zwar im System, taucht aber in der Sprachauswahl des Shops nicht auf. Prüfen Sie an dieser Stelle auch, ob der Sprache eine eigene URL bzw. Subdomain zugewiesen werden soll (z. B. `/en/`), falls Sie das für SEO-Zwecke möchten.
3. Textbausteine (Sprachvariablen) übersetzen
Alle festen Texte, die JTL-Shop selbst ausgibt – Buttons, Formularbeschriftungen, Systemmeldungen und Ähnliches – laufen über sogenannte Sprachvariablen. Diese finden Sie in der Administration unter den Sprachvariablen bzw. der Textbaustein-Verwaltung. Für Deutsch und Englisch sind die Standardtexte bereits hinterlegt; bei jeder weiteren Sprache müssen Sie diese Variablen selbst übersetzen, sonst greift an diesen Stellen die Rückfallsprache – meist Deutsch.
4. Inhalte übersetzen
Kategorien, Artikelbeschreibungen, statische Seiten und Newsbeiträge sind davon nochmal getrennt zu betrachten: Diese Inhalte werden nicht über Sprachvariablen gepflegt, sondern direkt am jeweiligen Datensatz – in der Regel über einen Sprach- bzw. Länder-Umschalter innerhalb der Artikel- oder Kategorieverwaltung in JTL-Wawi. Ohne diesen Schritt bleibt die Struktur zweisprachig, die eigentlichen Verkaufstexte aber einsprachig.
5. Testen, bevor es live geht
Vor der Freigabe lohnt sich ein bewusster Rundgang durch den Shop in der neuen Sprache: Startseite, eine Kategorie, ein Artikel, der Checkout und die automatischen E-Mails (Bestellbestätigung, Versandbenachrichtigung). Gerade Checkout-Texte und Mail-Vorlagen werden gern vergessen, weil sie im normalen Klickpfad nicht auffallen. Leeren Sie anschließend den Shop-Cache, damit alte, zwischengespeicherte Inhalte nicht weiter ausgeliefert werden.
Für die exakten Klickpfade
Menübezeichnungen ändern sich gelegentlich zwischen JTL-Shop-Versionen. Für Screenshots und die jeweils aktuelle Menüführung ist der offizielle JTL-Guide die verlässlichste Quelle – hier finden Sie eher die Zusammenhänge und typischen Stolperfallen aus der Praxis.